News

Der Kanton passt sein Biberkonzept an

Das Biberkonzept wurde angepasst und eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese hat den Auftrag, zu definieren, in welchen Sektoren Eingriffe an Biberdämmen möglich und erlaubt sind, um im Falle von Überschwemmungen, die erhebliche Schäden verursachen, ein schnelles Handeln zu ermöglichen.

Der Biber hat sich im Kanton Freiburg in den vergangen Jahren ausgebreitet. Während sich viele Leute an Biberdämmen, neu geschaffenen Teichen und an angenagten Stämmen erfreuen, führt die nächtliche Aktivität dieses Nagetiers mancherorts zu Problemen, insbesondere an Bächen mit geringem Gefälle und angrenzendem Kulturland. Nebst den Schäden an Kulturen, welche entschädigt werden, verursachen einige Dämme und Löcher in den Böschungen Überschwemmungen, während Baugräben unterhalb der Flurwege und in der Nähe von anderen Bauten Schäden an Infrastrukturen anrichten.

Der Biber ist eine durch das Bundesgesetz geschützte Art. Nicht nur die Biber, sondern auch deren Bauten sind rechtlich geschützt. Allenfalls notwendige Eingriffe bei den Dämmen sowie Höhlen sind darum bewilligungspflichtig. In gewissen Fällen ist ein formeller Entscheid notwendig. Um an Orten, wo wiederholt grosse Schäden wegen Überschwemmungen auftreten, möglichst unkompliziert eingreifen zu können, hat der Kanton Freiburg sein Konzept Biber angepasst. Die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft hat zudem eine Arbeitsgruppe eingesetzt, in der Landwirte, Gemeinden, Wasserbauunternehmungen, Wildhüter, Naturschutzorganisationen und verschiedene kantonale Ämter vertreten sind. Eine der Aufgaben dieser Arbeitsgruppe unter der Leitung der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft wird nächstens die Bestimmung der Bachläufe sein, an denen wiederholte Eingriffe an Biberdämmen möglich und erlaubt sein müssen.

Reparaturen von Schäden, die durch den Biber an Infrastrukturen wie Strassen, Bachböschungen und anderen Verbauungen verursacht wurden, müssen vorläufig weiterhin von den Gemeinden finanziert werden. Eine Standesinitiative des Kantons Thurgau, die verlangt, dass die Behebung von Biberschäden an Infrastrukturen von Bund und Kantonen finanziert wird, wurde 2017 sowohl vom Nationalrat wie vom Ständerat angenommen. Wann deren Umsetzung erfolgt, ist noch nicht klar.

Der Konzept Biber Freiburg ist hier verfügbar