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Die Anstalten von Bellechasse (AB) befinden sich in Sugiez (Gemeinde Bas-Vully). Die erste Einheit der Anstalten wurde 1898 gegründet und diente als «Strafkolonie». Heute werden in den AB Freiheitsstrafen und Massnahmen gestützt auf das Schweizerische Strafgesetzbuch vollzogen. Die AB gehören dem Strafvollzugskonkordat der lateinischen Schweiz an und beherbergen hauptsächlich Personen, die von den Gerichtsbehörden der Westschweizer Kantone und des Tessins verurteilt wurden und die sich im offenen oder halboffenen Strafvollzug befinden. Im Heim Tannenhof werden zudem Personen im fürsorgerischen Freiheitsentziehung untergebracht.
 
Mit einer Aufnahmekapazität von 203 Plätzen bilden die AB eine mittelgrosse Strafanstalt. Der Landwirtschaftsbetrieb mit einer Fläche von mehr als 700 ha (zweitgrösster Betrieb der Schweiz, inkl. Alpweiden) bildet ein zentrales Element der Anstalten. Er umfasst Nutztierhaltung, Ackerbau und Gemüseanbau. Insassen, die nicht in der Landwirtschaft arbeiten können, werden je nach Profil in den geschlossenen oder offenen Ateliers beschäftigt.
 

Im August 2010 wurde ein neues Gebäude für den vorzeitigen Strafvollzug (VSV) eröffnet. Den Mitgliedskantonen des Strafvollzugskonkordats der lateinischen Schweiz stehen somit 40 neue Zellen zur Verfügung, um der Überbelegung der Gefängnisse zu begegnen. Bei der Eröffnung des Gebäudes waren schon alle Zellen belegt.

Auftrag

Die Anstalten von Bellechasse (AB) dienen der Vollstreckung von Strafen, von Straf- und Sicherheitsmassnahmen sowie der fürsorgerischen Freiheitsentziehung (Art. 397a-f ZGB). Dies erfordert Arbeitspflicht, Behandlungen und Ausbildung während des Strafvollzugs, um die Gefangenen und Personen im fürsorgerischen Freiheitsentzug zu resozialisieren und wiedereinzugliedern.

Leistungen

Die Anstalten von Bellechasse (AB) erbringen folgende Hauptleistungen:

  • Sie beherbergen Gefangene im Strafvollzug und Insassen, die zu einer Kurzstrafe, Strafmassnahme oder fürsorgerischen Freiheitsentziehung verurteilt sind;
  • sie verpflichten die Gefangenen – gemäss Artikel 81 des Strafgesetzbuches und nach progressivem System – zu einer produktiven Beschäftigung in den gesicherten Werkstätten, in der Landwirtschaft, in der Viehzucht, in Bauberufen oder in der Verwaltung;
  • sie bieten eine Grundausbildung an, die anerkannt oder zertifiziert wird, um den Gefangenen und Insassen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu erleichtern;
  • sie stellen die medizinische und paramedizinische Betreuung sicher, bei Bedarf unter Beizug von zugelassenen, externen Ärzten;
  • sie unterstützen die Gefangenen und Insassen bei persönlichen und familiären Angelegenheiten;
  • sie organisieren Sport- und Freizeitaktivitäten für die Gefangenen und Insassen;
  • sie ermöglichen den Gefangenen und Insassen, die dies verlangen/wünschen, spirituelle und moralische Unterstützung unter Beizug von Geistlichen.

Rechtsgrundlagen

Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen der AB sind folgende: