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Opfer von Zwangsmassnahmen (Fremdplatzierung, Zwangsadoption usw.): Frist zum Einreichen der Gesuche für einen Solidaritätsbeitrag läuft am 31. März 2018 ab

Zahlreiche Personen haben sich an die Opferberatungsstelle und das Freiburger Staatsarchiv gewendet, um auf das Archiv zuzugreifen und ein Gesuch um einen Solidaritätsbeitrag einzureichen. Es bleiben noch ein paar Wochen Zeit, um ein solches Gesuch einzureichen!

Die Bundesgesetzgebung1 sieht die Anerkennung und Wiedergutmachung des Unrechts, das den Opfern von Zwangsmassnahmen zugefügt worden ist, vor, namentlich durch finanzielle Leistungen. In diesem Sinne sollte ein Gesamtbetrag von 300 Millionen Franken zu gleichen Teilen auf alle Opfer aufgeteilt werden. Der Solidaritätsbeitrag beträgt pro Opfer insgesamt höchstens 25 000 Franken. Das Gesetz will den Opfern und anderen betroffenen Personen ausserdem dabei helfen, ihre Geschichte zu rekonstruieren.

Letzte Frist: 31. März 2018!
Als Opfer gelten von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen betroffene Personen, deren körperliche, psychische oder sexuelle Unversehrtheit oder deren geistige Entwicklung unmittelbar und schwer beeinträchtigt worden ist. Diese Personen können ihr Gesuch um einen Solidaritätsbeitrag noch bis zum 31. März 2018 einreichen (Datum des Poststempels). Wichtig: Das Gesuch ist auch dann einzureichen, wenn die Archivdokumente noch nicht bezogen werden konnten; die Akte kann also nachgereicht werden. In besonderen Fällen kann das Gesuch auch berücksichtigt werden, wenn die Akte des Opfers zerstört worden ist.

Wichtige Rolle des Staatsarchivs Freiburg (StAF) und der Gemeinden
Es sind nie alle Informationen über eine Person in einer einzigen Akte zu finden. Das StAF muss in verschiedenen Archivbeständen suchen, um allenfalls Auskünfte über die Gründe einer Fremdplatzierung zu finden. Je nach Situation müssen auch die Gemeindearchive einen Beitrag leisten, um Beweise für eine Unterbringung zu finden. Dabei werden sie vom StAF unterstützt. Die Gemeinden klären zudem ab, ob in ihren Archiven Informationen über Sparguthaben bei einer Bank oder einer Sparkasse enthalten sind, die während der Zwangsmassnahme verloren gingen.

Kantonale Anlaufstelle
Der Staat Freiburg leistet einen Beitrag zur Unterstützung der Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen, indem er sie beim Einreichen des Beitragsgesuchs oder bei der Rekonstruktion ihrer Vergangenheit berät. Diese Leistungen werden kostenlos und vertraulich von der dem Jugendamt (JA) zugehörigen Opferberatungsstelle erbracht. Letztere bietet den Betroffenen auch eine psychosoziale Begleitung an.

Bis Januar 2018 haben sich 323 Personen an die Opferberatungsstelle gewandt, davon wurden 214 beim Einreichen des Entschädigungsgesuchs unterstützt. Das StAF hat seinerseits 280 Anfragen um Nachforschungen über die Vergangenheit der Opfer bearbeitet, von denen die Hälfte aus anderen Kantonen stammte.2

OHG-Beratungsstelle
Opferberatungsstelle
Boulevard de Pérolles 18a
1700 Freiburg
Tel. 026 305 15 80
lavi-ohg@fr.ch

Staatsarchiv
Route des Arsenaux 17
1700 Freiburg
Tel. 026 305 12 70
Recherches-AEF@fr.ch

Solidaritätsbeitrag Gesuchsformular und Wegleitung auf der Website des Bundesamtes für Justiz:

1 https://www.admin.ch/opc/de/federal-gazette/2016/7889.pdf
2 Es kann sein, dass die Opferberatungsstelle und das Archiv denselben Fall behandelt haben.