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Tablets statt Computer an unseren Schulen? Die Fachstelle fri-tic organisiert eine kritische Standortbestimmung für die Partner der Schule

Sollen unsere Schulen von Computern zu Tablets wechseln? Diese Frage wird im Mittelpunkt der Informations- und Diskussionsveranstaltung stehen, welche die Fachstelle fri-tic am 11. Mai 2012 an der PH durchführt. Die verschiedenen Referentinnen und Referenten befassen sich mit den zahlreichen Auswirkungen, die ein solcher Umstieg auf die Unterrichtspraxis und generell auf die Schule hätte. Mit dieser Veranstaltung möchte man zudem sämtlichen Partnern der Freiburger Schule aufzeigen, dass es eine gemeinsame, umfassende Strategie für den guten Umgang mit den Informations- und Kommunikationstechnologien braucht.

Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) sind inzwischen allgegenwärtig und unumgänglich. Doch obschon die Digitalisierung unserer Gesellschaft immer mehr Bereiche unseres Lebens erfasst, blieb die Schule von diesem Phänomen bisher weitgehend verschont. Mit dem zunehmenden Erfolg von E-Books und Tablets (Touchscreen-Computern) beginnt sich dies nun aber zu ändern. Die Schule sieht sich mehr und mehr mit einer Industrie konfrontiert, die in den Bildungsmarkt investieren möchte. Zudem wächst die Zahl der überzeugten Technikfans, die sich von den neuen ultramobilen Geräten begeistern lassen. Diese werden heute überall in den Medien angepriesen, so dass der Eindruck entsteht, man müsse dem neuesten technischen Trend unbedingt folgen. Damit erhöht sich auch der Druck auf die Schule, die bereits reichlich mit pädagogischen Wünschen und Anliegen konfrontiert ist.

Die Erziehungsdirektion setzt sich für eine innovative Schule ein und steht voll hinter dem Einsatz der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht. Im Westschweizer Lehrplan, der derzeit eingeführt wird, werden die bisher unternommenen Anstrengungen bekräftigt und weiter gestärkt, indem der Unterricht in Medien und ICT auf die gesamte obligatorische Schulzeit ausgedehnt wird. Die Erziehungsdirektion möchte jedoch die Entwicklung kritisch im Auge behalten und will deshalb alle wichtigen Fragen aufgreifen, die sich bei einem Wechsel von Computern zu Tablets oder anderen digitalen Trägern aufdrängen. Die grundsätzliche Frage lautet: Bringen diese Technologien eine merkliche Verbesserung für das Lernen der Schülerinnen und Schüler? Dies lässt sich heute nicht eindeutig beantworten. Die Forschung hat eben erst begonnen, sich mit dieser Frage zu befassen. Es sind Studien sowie Pilotversuche im Gang, um die pädagogische Wirksamkeit von Tablets im Unterricht zu erforschen. Zudem gilt es noch abzuklären, auf welche Weise diese Technologien eingesetzt werden sollen. Darüber hinaus verfügen wir bisher noch über keine geeigneten Lehrmittel für diese Geräte. Daher wären umfangreiche Investitionen in solche Geräte zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht. Denn das brächte die Gefahr mit sich, dass das Material schlecht eingesetzt und zu wenig genutzt würde oder gar schnell wieder technisch überholt wäre.

Auch darf man die technischen Aspekte und die Kosten nicht unterschätzen, die mit einem intensiven Einsatz einer solchen Ausstattung verbunden wären. Denn diese benötigt eine gut ausgebaute Infrastruktur (leistungsfähiges Netzwerk, genügende Bandbreite, WLAN mit ausreichender Reichweite). Die laufenden Kosten dürfen ebenfalls nicht vernachlässigt werden (Unterhalt, Erneuerung des Geräteparks, Bandbreite). Darüber hinaus spielt auch die Strategie für die Einführung und Bereitstellung der Programme eine entscheidende Rolle. Denn die digitalen Lehrmittel müssen in offenen Standardformaten entwickelt werden, damit sie auf allen Trägern jederzeit lesbar sind (Zugänglichkeit und Datensicherheit). Auf diese Weise wird die nötige Autonomie für die Anwendung im Bildungsbereich gewährleistet. Zudem lässt sich so der kumulierte Effekt der Kosten für den Erwerb von Anwenderlizenzen vermeiden.

Aus all diesen Gründen hat die EKSD ihren Partnern empfohlen, mit der Anschaffung von Tablets zu warten und nicht voreilig im Alleingang in solche Projekte zu investieren. Angesichts der Auswirkungen auf den Unterricht braucht es nämlich ein gemeinsames, einheitliches Konzept, das eine kohärente Entwicklung des Freiburger Bildungssystems gewährleistet.

Auch wenn das Schulleben also noch nicht sofort voll digitalisiert wird, so ist die Diskussion eröffnet. Die Fachstelle fri-tic hat den Auftrag erhalten, die diesbezügliche Entwicklung aufmerksam zu beobachten. An der Informationsveranstaltung vom 11. Mai wird es einem Fachpublikum von Vertreterinnen und Vertretern von Gemeinden sowie IT-Verantwortlichen in den Schulen die ersten Ergebnisse der zu diesem Thema laufenden Studien und Pilotversuche präsentieren. Technische Aspekte sollen ebenfalls angesprochen werden.