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Eine Klasse für neu zugezogene fremdsprachige Schülerinnen und Schüler, die weder lesen noch schreiben können

Am 2. Oktober wird im Foyer de la Rosière in Grolley eine Versuchsklasse eröffnet. Die von zwei Lehrpersonen, die dem Amt für französischsprachigen obligatorischen Unterricht angegliedert sind, geführte Klasse nimmt 7 unbegleitete minderjährige Asylsuchende auf, die in ihrer Muttersprache weder lesen noch schreiben können. Das in Zusammenarbeit mit der Organisation ORS Services AG und dem kantonalen Sozialamt (KSA) realisierte Projekt soll eine Einschulung in einer Orientierungsschule oder die Aufnahme einer Berufsausbildung fördern.

Am 2. Oktober wird im Foyer de la Rosière in Grolley eine Versuchsklasse für Schülerinnen und Schüler im OS-Schulalter eröffnet, die in ihrer Erstsprache, also Muttersprache, weder lesen noch schreiben können. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit der ORS und dem KSA durchgeführt.
Es handelt sich um eine befristete Unterstützungsmassnahme. Denn die betroffenen Jugendlichen werden diese Klasse zunächst während einer Dauer von 6 Monaten besuchen. Anschliessend werden die Lernfortschritte beurteilt und die Massnahme nach dem individuellen Förderplan der Schülerin oder des Schülers erneut besprochen. Diese Klasse darf höchstens ein Jahr lang besucht werden. Ziel ist es, dass die betroffenen Jugendlichen nach Abschluss dieser Massnahme entweder eine OS besuchen können oder für sie eine nachobligatorische Lösung gefunden wird, vor allem für Jugendliche über 15 Jahre.
Der Unterricht konzentriert sich auf das Lesen- und Schreibenlernen sowie auf das Erlernen der Unterrichtssprache, insbesondere über Fächer wie Geschichte, Geografie, Staatskunde oder Mathematik. Auf dem Programm stehen auch Lernmethoden sowie Orientierungshilfen im Alltag. Ein besonderer Akzent wird dabei auf die Berufswahl der Schülerinnen und Schüler gelegt; dazu werden Betriebe besichtigt und Schnupperlehren organisiert.


Organisation
Die Klasse darf höchstens 16 Schülerinnen und Schüler umfassen. Sie kann Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulen aufnehmen.
Der Unterricht erfolgt in Vollzeit, d. h. 26 Wochenlektionen verteilt auf 4 Tage. Der 5. Tag ist für das individuelle Förderprogramm bestimmt: Berufsberatung (Schnupperlehre, einen Beruf entdecken…) oder Schulberatung (Besuch von gestalterischen oder sportlichen Fächern mit den Klassen der Regelschule).
Der Austritt aus der Klasse erfolgt individuell. Er wird mit dem Eintritt in einer Regelklasse der obligatorischen Schule oder der Aufnahme in eine nachobligatorische Ausbildung koordiniert Bei einer Aufnahme in eine Regelklasse können Stützkurse (Deutsch als Fremdsprache DaF oder fachspezifische Kurse) organisiert werden.
Der Unterricht wird von zwei Lehrpersonen erteilt, die jeweils mit einem Pensum von 75 % angestellt sind.


Aufnahmebedingungen
Schülerinnen und Schüler, die vom Alter her den 3. Zyklus besuchen bis zum vollendeten 16. Altersjahr;
Schülerinnen und Schüler, die in ihrer Erstsprache also Muttersprache weder lesen noch schreiben können;
Obligatorisches Erstellen einer Standortbestimmung der schulischen Kompetenzen in der Erstsprache durch die ORS.

Denn die Schülerinnen und Schüler, die als Asylsuchende anerkannt sind, besuchen diese Klasse nach einer Aufnahmezeit und einer kurzen schulischen Vorbereitungszeit durch die ORS.