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News
Guillaume Dénervaud und Kokovi Kuhn können das Atelier "Jean Tinguely" in Paris nutzen
Auf Vorschlag der Expertenjury hat die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport (EKSD) beschlossen, das Künstleratelier in Paris dem Künstler Guillaume Dénervaud und der Künstlerin Kokovi Kuhn zur Verfügung zu stellen. Beide werden sich dort jeweils sechs Monate aufhalten.
Das Projekt des 25-jährigen Guillaume Dénervaud aus Romont überzeugte die Fachjury durch seine Originalität. Guillaume Dénervaud arbeitet für kleine Buchverlage, Magazine und publiziert auch im Selbstverlag. Er möchte während seines Aufenthalts in Paris einen auf Zeichnungen spezialisierten Kleinverlag ins Leben rufen. "Ziel wäre es, mehrere Nummern herauszugeben, wie bei einem Magazin, jedoch ohne ein bestimmtes Format oder eine Drucktechnik vorzugeben, so dass jede Nummer frei gestaltet werden kann und somit eine Überraschung wird" erläutert der junge Künstler sein Projekt. Er kann das Atelier "Jean Tinguely" von September 2012 bis Februar 2013 nutzen.
Nach dem Besuch der Schule für Multimedia und Kunst in Freiburg (SMKF) setzte Guillaume Dénervaud seine Ausbildung auf dem Gebiet der Illustration und der Comics an der Ecole des Arts Appliqués (EAA) in Genf fort und schloss diese im Jahr 2010 mit dem "Designer"-Diplom ab. Noch im gleichen Jahr erhielt er zwei Auszeichnungen, den "Prix Marie-Jean Prêtre" und den "Prix de la fédération des entreprises romandes". In seiner noch jungen Laufbahn als Künstler hat er bereits zahlreiche Publikationen und mehrere Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz sowie in Frankreich und Kanada realisiert. Im letzten Jahr war er zusammen mit drei anderen Künstler am Projekt "Rock'n'Wall" beteiligt, bei dem es darum ging, die Aussenmauer des Konzertlokals "Fri-Son" neu zu bemalen.
Zudem beschloss die EKSD, das Pariser Atelier von März bis August 2013 Kokovi Kuhn, geboren im Jahr 1978 und wohnhaft in Vauderens, zur Verfügung zu stellen. Während ihres Aufenhalts in Paris möchte die Künstlerin ein "Buch-Objekt" realisieren, bestehend aus sechs Geschichten, die jede eine Episode aus dem Leben eines Menschen erzählt. Als Objekt könnte etwa ein altes Telefonbuch dienen, aus dem Wörter herausgenommen, hervorgehoben und zu einer Geschichte zusammengesetzt werden. "Die Form des Buch-Objekts böte die Möglichkeit, Text und Bild zu kombinieren, den Text zu verstofflichen, ihm Körper zu verleihen" erklärt die Künstlerin in ihrem Gesuchsdossier.
Nach der Matura am Kollegium Gambach besuchte Kokovi Kuhn die Vorbereitungskurse der SMKF. Danach nahm sie an der Hochschüle für Kunst und Design in Genf (Haute école d'art et de design, vormals ESBA) ein Studium auf und schloss dieses im Jahr 2006 mit dem Bachelor in Fine Arts ab. In ihrer künstlerischen Arbeit hat sie an mehreren Kurzfilmen mitgearbeitet. Im Jahr 2011 wurde eines ihrer Drehbücher für ein Festival in Kanada nominiert. Im selben Jahr erhielt sie den "Prix Atelier Studer-Ganz, jeunes auteurs romands" für ihre Novelle "Caillou". Dieser Text wird demnächst bei einem französischen Verlag erscheinen.
Das Atelier "JeanTinguely", Pariser Künstleratelier der Stadt und des Kantons Freiburg
Im Jahr 1985 erwarb der Kanton Freiburg zusammen mit der Stadt Freiburg ein Künstleratelier (genannt Atelier Jean Tinguely) von 35 m2 an der Cité internationale des Arts in Paris. Diese im Viertel Marais, gegenüber der Insel Saint-Louis, gelegene Siedlung beherbergt insgesamt 284 Atelier-Wohnungen verteilt auf 11 Gebäuden. Sie dient zur Unterbringung von Künstlerinnen und Künstlern, die in Frankreich ein künstlerisches Projekt realisieren möchten. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1965 wurden dort 15 000 Künstlerinnen und Künstler untergebracht, davon etwa dreissig aus dem Kanton Freiburg.
