Georges Godel, Staatsratspräsident, Finanzdirektor

Georges Godel, Finanzdirektor, © Staat Freiburg, Foto Nicolas Repond
  • geboren 1952, von Domdidier
  • Meisterlandwirt
  • wohnhaft in Ecublens
  • im Amt seit 2007
  • Christlichdemokratische Volkspartei
  • verheiratet mit Marie-Claire Godel-Pittet, 3 Kinder
  • frühere Tätigkeit: Meisterlandwirt

Vertreter:  Jean-Pierre Siggen

Georges Godel ist Präsident der Delegation für das Personalwesen

Bibliografische Angaben

Georges Godel (17. April 1952 in Billens, heimatberechtigt in Domdidier) ist ein Schweizer Politiker (CVP) und Staatsrat des Kantons Freiburg.

Seine Eltern waren Paul Godel, Landwirt, und Régina geb. Dougoud, Hausfrau. Zu seinen Vorfahren gehörte der ehemalige Staatskanzler Charles Godel (1866–1939). Er war das zweite von fünf Kindern; seine Schwester Annelyse Pittet-Godel ist SP-Grossrätin. 1974 heiratete er Marie-Claire Pittet. Das Paar hat drei Kinder. Der Meisterlandwirt lebt in Ecublens.

Nach der Primarschule in Ecublens im Süden des Glanebezirks, wo die Familie seit vielen Jahren einen Bauernhof betrieb, besuchte Georges Godel ein Jahr lang das Institut St. Joseph in der Gauglera, wo er Deutsch lernte. 1980 schloss er seine landwirtschaftliche Ausbildung mit einem eidgenössischen Fähigkeitsausweis ab. Mit Hilfe von zwei seiner Söhne bewirtschaftete er sein Gut, das durch mehrere Käufe in der unmittelbaren Nachbarschaft wuchs. Georges Godel verstand sich als Landwirt und Unternehmer.

1978 wurde er im Alter von 26 Jahren auf einer unabhängigen Liste in den Gemeinderat von Ecublens gewählt. 1982 nicht bestätigte, eroberte er 1986 seinen Sitz zurück und wurde Ammann, ein Amt, das er bis 2000 ausübte.

1986 wurde Georges Godel in den Grossen Rat gewählt. Im Kantonsparlament profilierte er sich rasch und wurde 1991 Mitglied der wichtigen Finanz- und Geschäftsprüfungskommission, die er von 2002 bis 2005 präsidierte.

Seit den 1990er Jahren nahm der einflussreiche Grossrat und Ammann eine Schlüsselstellung im Bereich der Landwirtschaft und des Agrobusiness ein. Im Verwaltungsrat der Cremo SA sass er von 1994 bis 2002, in einer für die Firma schwierigen Zeit. Er präsidierte die Genossenschaft « Laiterie de Gruyères » (Schaukäserei; 1996), das Syndicat d’améliorations foncières von Ecublens (1998), den Freiburgischen Milchverband (2000) und Prolait (2002). Zudem war er Vorstandsmitglied des Freiburgischen Bauernverbands (1999) und Vizepräsident des Vorstands der Schweizer Milchproduzenten (2003).

1999 kandidierte er auf der CVP-Liste für die Nationalratswahlen. Er wurde zwar nicht gewählt, erreichte jedoch das zweitbeste Resultat aller Kandidaten. Dadurch ermutigte, kandidierte er 2003 von neuem, doch wiederum ohne Erfolg.

Bei den allgemeinen Wahlen 2006 bewarb sich Georges Godel als CVP-Kandidat aus dem Süden des Kantons um einen Staatsratssitz. Im ersten Wahlgang vom 5. November erzielte er den fünften Platz von 17 Kandidaten. Am 26. November wurde er im zweiten Wahlgang gewählt.

In der Regierung übernahm Georges Godel nicht die Landwirtschaft, sondern die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion. An der Spitze von 400 Mitarbeitenden bemühte er sich um die Umsetzung der neuen Aufgabenverteilung zwischen Bund und Kanton hinsichtlich der Nationalstrassen. Zudem konnte der Bau der Umfahrungsstrasse Bulle abgeschlossen werden. Am 31. Oktober 2008 begann der Bau der Poyabrücke mit ihrem Tunnel, ein Projekt von nationaler Bedeutung, das seit 50 Jahren der Ausführung harrte.

Als Umweltdirektor präsidierte Georges Godel seit 2010 die Beratende Kommission für nachhaltige Entwicklung. Hinzu kam die Leitung der verschiedenen kantonalen Baukommissionen (Augustiner, Bellechasse, Lehrwerkstätte, Gambach, Adolf-Merkle-Institut, Universität).

Zu den wichtigen Dossiers, die er dem Grossen Rat vorlegte, gehören das Raumplanungsgesetz (2008), das neue Gewässergesetz (2009) und der Zusatzkredit für die Umfahrungsstrasse Bulle (H 189) sowie schliesslich der Verpflichtungskredit für den Ausbau der Kantonsstrasse Romont–Vaulruz. Er überzeugte den Grossen Rat, gemeinsam mit der Stadt das Gelände der Cardinal-Brauerei zu erwerben, um dort einen Technologiepark einzurichten. Von 2007 bis 2011 legte er dem Kantonsparlament zudem erfolgreich mehr als 20 Dekrete vor.

Bei den kantonalen Wahlen 2011 kandidierte der Staatsrat, Vizepräsident der Regierung, für eine zweite Amtszeit. Im zweiten Wahlgang auf dem dritten Rang wiedergewählt, wechselte er in die Finanzdirektion. 2012 ist er Staatsratspräsident.