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Der Schutz von Kindern, die mit Gewalt in der elterlichen Paarbeziehung konfrontiert sind, im Fokus von 200 Freiburger Spezialistinnen und Spezialisten

Der jährliche OHG-Thementag (Opferhilfegesetz) wird am 16. März 2017 in Grangeneuve Fachpersonen namentlich aus dem Sozial-, Gesundheits-, Justiz- und Erziehungsbereich zusammenführen. Im Zentrum der Diskussionen steht die Problematik der Kinder, die Gewalt in der elterlichen Paarbeziehung miterleben. Wie erkennt man sie? Wie steht es um ihren Schutz? Was muss unternommen werden, um ihre Lage zu verbessern?

Diese Fragen stehen im Fokus des vom Kantonalen Sozialamt (KSA) und der Kommission gegen Gewalt in Paarbeziehungen organisierten Thementags. Auf dem Programm stehen: Konferenzen, Workshops und ein Runder Tisch zur Sensibilisierung der Behörden und Einrichtungen für die Bedürfnisse dieser Kinder. Denn Kinder, die Gewalt in der elterlichen Paarbeziehung erleben, können in ihrer psycho-affektiven Entwicklung schwer beeinträchtigt sein. Die Gewalterlebnisse können zu Verhaltensstörungen und Störungen der psychischen Gesundheit führen, die ohne schnelle Behandlung langfristige Schäden verursachen können.

Der OHG-Tag 2017 hat zum Ziel, diese Kinder besser zu schützen und vor Augen zu führen, dass nicht nur Kinder, die physische Gewalt am eigenen Leib erleiden, Opfer sind, sondern auch diejenigen, die innerhalb der Familie Zeuge von Gewalt werden.

Folgende Zahlen zeigen, wie besorgniserregend dieses Phänomen ist: Im Jahr 2015 intervenierte die Polizei schweizweit über 14 000 Mal (rund 40 Mal pro Tag) im häuslichen Bereich. In der Schweiz sind jährlich schätzungsweise 27 000 Kinder von häuslicher Gewalt betroffen, davon überproportional viele im Alter von null bis sechs Jahren. Kinder sind bei Polizeieinsätzen in Fällen von Gewalt in der elterlichen Paarbeziehung häufig anwesend.

Eine wissenschaftliche Untersuchung aus Deutschland sowie verschiedene kantonale Statistiken aus der Schweiz geben an, dass in über der Hälfte der Fälle Kinder bzw. Jugendliche beim Polizeieinsatz zugegen waren. Dabei handelte es sich überwiegend um Kinder unter 14 Jahren, in 29 % der Fälle waren Kleinkinder im Alter von ein bis drei Jahren anwesend. Mit zunehmender Schwere der Gewalt zwischen den Eltern steigt auch die Gefahr für die Kinder, selbst misshandelt zu werden. 30 bis 60 % der Kinder, die im Kontext von Gewalt in der elterlichen Paarbeziehung aufwachsen, werden selbst Opfer von Gewalt.

Der am Ende des Thementags organisierte Runde Tisch konzentriert sich insbesondere auf die Lösungen, die für diese Problemstellungen heutzutage in unserem Kanton bestehen, und auf die Mittel, die es zu ihrer Verbesserung umzusetzen gilt. Denn die rasche Erkennung und Unterstützung von Kindern, die häusliche Gewalt erfahren, ist von zentraler Bedeutung.

Programm

Der Thementag ist nicht öffentlich;
melden Sie sich deshalb bitte bis zum 15. März 2017, 12 Uhr, bei claudia.lauper@fr.ch an. Besten Dank.