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Freiburger Jugend und Geldspiele: Verhalten erfordert Weiterführung von Präventions- und Sensibilisierungsmassnahmen

Die ersten Ergebnisse einer Studie, die das Verhalten der jungen Freiburgerinnen und Freiburger im Zusammenhang mit Geldspielen analysiert, liegen vor. Mit diesen können die Präventions-massnahmen den spezifischen Bedürfnissen angepasst und so verhindert werden, dass ein blosser Zeitvertreib zum Verhängnis wird. Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit auf Westschweizer Ebene und entstand dank einer Partnerschaft zwischen dem Kanton Freiburg und dem Interkantonalen Programm zur Bekämpfung der Glücksspielsucht (PILDJ, "Programme Intercantonal de Lutte contre la Dépendance au Jeu").

Das Thema Verschuldung ist seit mehreren Jahren ein zentrales Anliegen des Kantons Freiburg; dieser hat entsprechende Präventionsmassnahmen umgesetzt (s. Beilage). Einer der Faktoren, die zu einer Verschuldung führen können, ist das Geldspiel, das sich immer grösserer Beliebtheit erfreut.
Gemeinsam mit dem PILDJ und auf Vorschlag der Kommission für die Verwendung des kantonalen Fonds für die Prävention und Bekämpfung der Spielsucht hat die Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) deshalb bei Professor Suris vom CHUV in Lausanne eine Längsschnittuntersuchung (2014 bis 2019) über das Verhalten der jungen Freiburgerinnen und Freiburger im Zusammenhang mit Geldspielen in Auftrag gegeben. Das PILDJ bietet dabei nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern verschafft der Studie auch eine interkantonale Resonanz. Ausserdem wird einmal mehr unter Beweis gestellt, dass die Westschweizer Kantone bereit sind, sich gegenseitig zu unterstützen und ihre Bemühungen in Sachen Spielsucht aufeinander abzustimmen.
Mit der Studie soll zum einen mehr über die Prävalenz von Geld- und Glücksspielen bei Jugendlichen in Erfahrung gebracht werden, zum anderen sollen Daten über weitere Risiko-verhalten und übermässigen Konsum (Bildschirm, Internet, Substanzen), andere Problematiken (Verschuldung) sowie das Lebensumfeld der Jugendlichen (familiäre und schulische Situation, Übertritt ins Berufsleben) erhoben werden. Die Studie wird der Anpassung bereits bestehender und der Ausarbeitung neuer präventiver Massnahmen dienen.
In der ersten Phase (November 2014 bis Mai 2015) haben mehr als 5100 junge Freiburgerinnen und Freiburger in der post-obligatorischen Ausbildung an der Studie teilgenommen. Die meisten sind zwischen 15 und 19 Jahre alt und leben bei ihren Eltern. Über die Hälfte (58 %) sind Lernende.
Das monatliche Durchschnittseinkommen der Jugendlichen liegt bei 600 Franken und mehr, wenn auch mit jeweils grossen Unterschieden nach Geschlecht oder Studienrichtung. Die männlichen Teilnehmer verdienen fast 50 % mehr als die weiblichen, Lernende wiederum verdienen im Durchschnitt drei Mal so viel wie Studierende. Eine/r von fünf Jugendlichen (insbesondere bei den Lernenden) findet ihr/sein Einkommen zu tief. Alle Jugendlichen, vor allem aber die Knaben und die Lernenden, finanzieren die gesamten oder zumindest einen grossen Teil ihrer Freizeitaktivitäten selber. Die Eltern bezahlen indes in erster Linie die Krankenkassen- und die Transportkosten, letztere jedoch in geringerem Masse.
Die Verschuldung der Jugendlichen ist relativ gering: Lediglich 3,4 % haben mehr als 500 Franken Schulden. Mädchen und Studierende haben fast nie mehr als 500 Franken Schulden.
Knapp eine von vier jugendlichen Personen hat in den letzten 12 Monaten vor der Studie an Geld- oder Glücksspielen teilgenommen, 5 % davon sind gefährdete oder problematische Spielerinnen und Spieler, das sind doppelt so viele als bei den Erwachsenen. Diese Anteile sind durchaus vergleichbar mit solchen aus ähnlichen Studien in der Schweiz. Am häufigsten praktizieren die Jugendlichen Lotterie- und Totospiele, gefolgt von Geldspielen in Casinos. Eine/r von zwölf Spielenden spielt online und benutzt dazu eine Prepaidkarte. Die Mehrheit (zwei Drittel) der Spielerinnen und Spieler setzt im Durchschnitt weniger als 10 Franken im Monat ein. Insgesamt gibt es mehr männliche als weibliche Spieler, unter diesen wiederum mehr Lernende als Studierende.
Knaben gelten häufiger als gefährdete oder problematische Spieler, und es geht ihnen insgesamt schlechter als den anderen Gleichaltrigen. Ausserdem wenden sie nicht nur mehr Geld für Geld- und Glücksspiele auf, sondern sie weisen auch eine relativ hohe Verschuldung auf: 4 % von ihnen haben Schulden von über 2500 Franken. Diese Untergruppe hat auch einen erheblichen Anteil an Freundinnen und Freunden, die oft spielen (41 %), was den sozialen Aspekt der Geldspiele zu bestätigen scheint.
Gesamthaft gesehen legen die Ergebnisse dar, dass es den jungen Freiburgerinnen und Freiburgern gut geht. Trotzdem könnte es einem kleinen Prozentsatz besser gehen, unter diesen Jugendliche mit unterdurchschnittlichem sozioökonomischem Status, diejenigen, die sich selbst als schlechte Schülerinnen oder Schüler betrachten, gesundheitliche Probleme haben oder noch solche, die zu oft ein Risikoverhalten an den Tag legen. Diese Ergebnisse stehen im Zusammenhang mit den punktuellen Feststellungen in den Schulen.
Durch eine mehrjährige Beobachtung dieser Jugendlichen können nicht nur ihre Situation, sondern auch die Schlüsselindikatoren, die zu einer Verbesserung ihrer Situation beitragen, im Auge behalten werden. In diesem Sinne wird die GSD weiterhin Präventions- und
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Sensibilisierungsmassnahmen umsetzen, namentlich in Zusammenarbeit mit Caritas Freiburg und dem Verein REPER, und die Entwicklung der Studienergebnisse im Hinblick auf eine Anpassung ihres Präventionsangebots auch in Zukunft gespannt mitverfolgen.