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Cybermobbing-Prävention durch Theater

Die Schülerinnen und Schüler der Orientierungsschulen (OS) des Kantons Freiburg können künftig an einem interaktiven Theater zum Thema Cybermobbing teilnehmen. Ziel dabei ist, die Schülerinnen und Schüler für die Folgen von unangemessenem Verhalten auf sozialen Netzwerken zu sensibilisieren und ihnen Wege zur Entschärfung von potenziell heiklen Situationen aufzuzeigen. In der OS Murten findet die Premiere dieses interaktiven Präventions-Theaters statt; am Vormittag auf Deutsch, am Nachmittag auf Französisch.

Die Direktion für Gesundheit und Soziales und die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport haben die Theatertruppe Le Caméléon damit beauftragt, ein interaktives Theaterprojekt für die Schülerinnen und Schüler der verschiedenen kantonalen OS umzusetzen. Diese Präventionsmassnahme ist eine Antwort auf die von den OS geäusserten Bedürfnisse im Bereich Prävention. Sie wird von Unterrichtsmaterial begleitet und im Rahmen der Fachstelle für Gesundheit in der Schule und des zweisprachigen Präventionsprogramms ACTE/AKTE1 durchgeführt, das vom Verein REPER2 entwickelt wurde. Seit mehreren Jahren stellen die OS ein Problem mit oftmals heftigem Mobbing auf sozialen Netzwerken fest, das manchmal bis in die Klassen nachhallt.

Bei Cybermobbing wird ein Opfer über eine längere Zeit immer wieder von einer anonymen Person oder einer Personengruppe öffentlich schikaniert. Die Folgen können für das Opfer gravierend sein. Gemäss Schätzungen sind 10 bis 20 %3 der Jugendlichen in der Schweiz betroffen. Präventionsziel ist die Sensibilisierung der Jugendlichen für die Folgen von unangemessenem Verhalten auf sozialen Netzwerken und die Schulung der Lehrpersonen (im Rahmen ihrer Weiterbildung) für den Umgang mit solchen Situationen.

Das Theater, das heute den Schülerinnen und Schülern der OS Murten präsentiert wird, ist das Ergebnis einer über einjährigen interdisziplinären Zusammenarbeit, bei der Schülerinnen und Schüler mehrerer Pilotklassen der OS Jolimont und Wünnewil (Deutsch) sowie Pérolles und Farvagny (Französisch) einbezogen wurden, damit das Projekt möglichst realitätsnah umgesetzt werden konnte.

Daher betrifft das Projekt neben der Schülerschaft und den Mitgliedern der Theatertruppe zahlreiche weitere Akteurinnen und Akteure: Insbesondere die Vertreter/innen des Schulwesens (Schulleiter/innen der Sekundarschulen, Lehrpersonen, Pädagogische Berater/innen, Fachstelle fri-tic), des Gesundheitswesens (Verantwortliche für Prävention und Gesundheitsförderung, für Familienplanung, von im Präventionsbereich aktiven Vereinigungen und Institutionen) und der Sicherheit (Jugendbrigade).

Nachdem die Bedürfnisse der verschiedenen Akteurinnen und Akteure und die im Theaterstück zu behandelnden Inhalte abgeklärt worden waren, wurde Anfang Herbst ein erstes Drehbuch verfasst und vor den Pilotklassen aufgeführt: Eine Mobbingsituation, die in einer Klasse eskaliert.

Die heute vorgestellte Version ist diejenige, die vor allen interessierten OS des Kantons aufgeführt werden wird. Die GSD hat für die Entwicklung des Projekts 34 000 Franken bewilligt.

1 Das Programm ACTE/AKTE will Sucht- und Risikoverhalten bei den Freiburger Schülerinnen und Schüler im 2. und 3. Zyklus vorbeugen. Es unterstützt die Lehrpersonen bei ihrer Präventionsarbeit durch den Ausbau ihrer Kenntnisse zu den Themen, die von der Fachstelle für Gesundheit in der Schule genehmigt wurden: Alkohol, Tabak, Drogen und Gewalt sowie Cybermobbing als eine Ausprägung davon. Im Unterrichtsdossier werden praktische Instrumente angeboten, damit die Überlegungen in den Klassen mit den Schülerinnen und Schülern fortgeführt werden können, zum Beispiel im Rahmen des allgemeinbildenden Unterrichts. Forumtheater-Veranstaltungen wie die von Le Caméléon werden ins Programm aufgenommen.
2 Als Antwort auf die Risiken gewisser Konsumverhalten- oder formen versucht der Verein REPER, das Wohlbefinden sowie ein harmonisches Sozialleben zu fördern. REPER wird von der Direktion für Gesundheit und Soziales unterstützt. Der Verein unterstützt die Entwicklung der individuellen Kompetenzen in Bezug auf die Aufrechterhaltung oder Verbesserung der Gesundheit, die gesellschaftliche Integration und die dortige Entfaltung einer und eines jeden.
3 Zahlen der JAMES-Studie http://www.jugendundmedien.ch/fileadmin/user_upload/Fachwissen/JAMES/Ergebnisbericht_JAMES_2014.pdf