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Eine Vorführung mit Diskussion zur Sensibilisierung der Bevölkerung für den Kampf gegen den Menschenhandel

Der Kanton Freiburg nimmt wieder an der nationalen Aktionswoche gegen den Menschenhandel, die vom 13. bis 20. Oktober 2014 stattfindet, teil. Diesen Sonntag wird die Bevölkerung zu einer Filmvorführung mit Diskussion eingeladen; diese soll ihr die Gelegenheit geben, diesem Übel, das mehrere Millionen Opfer in der Welt betrifft, in die Augen zu sehen. In der Schweiz gibt es mehrere Tausend Opfer.

Der Kanton Freiburg nimmt dieses Jahr mit einer Filmvorführung mit Diskussion an der nationalen Woche zur Sensibilisierung für den Kampf gegen den Menschenhandel teil. Am Sonntag, 19. Oktober 2014, um 11 Uhr wird im Kino Rex gratis Trade: Willkommen in Amerika (2008) von Marco Kreuzpaintner vorgeführt. Es handelt sich um einen schockierenden, von der Wirklichkeit inspirierten Film über einen Kinderhändlerring in Mexiko, der Kinder zur Prosititution verkauft. Nach der Vorführung findet eine Diskussion mit Laurent Knubel, stellvertretender Leiter der Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel (SCOTT) beim Bundesamt für Polizei, statt. Der Anlass wird von der Sicherheits- und Justizdirektion in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsorganen des Kooperationsmechanismus gegen Menschenhandel und in Partnerschaft mit Cinemotion organisiert.

Menschenhandel ist ein kriminelles Phänomen, das tief im Geheimen stattfindet, sich oft hinter anderen Formen der Delinquenz versteckt und deshalb schwer aufzudecken und zu identifizieren ist. Es kommt aber wirklich vor und ist sehr verbreitet. Die UNO schätzt, dass es in der Welt mehrere Millionen Opfer von Menschenhandel gibt. Von 2007 bis 2010 wurden in Mittel- und Osteuropa 22 000 Fälle gezählt, davon betrafen 61 % Frauen, 20 % Männer, 4 % Jungen und 15 % Mädchen. Aber diese klar identifizierten Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs.

2000 bis 3000 Opfer in der Schweiz
In der Schweiz wurde ebenfalls nur eine geringe Zahl von Fällen aufgedeckt: Von 2009 bis 2012 weist die Kriminalitätsstatistik der Polizei 225 Fälle von Menschenhandel aus. Die SCOTT schätzt jedoch, dass es in der Schweiz möglicherweise 2000 bis 3000 Opfer von Menschenhandel gibt. Die Justizstatistik zeigt ebenfalls, wie schwierig die rechtliche Qualifikation von Menschenhandel ist. Dieser besteht darin, Personen zu rekrutieren, ihre Dienste anzubieten, sie zu verschieben, sie über Zwischenleute zu vermitteln, sie zu beherbergen und aufzunehmen, um sie mit unerlaubten Mitteln wie Irreführung, Drohungen oder Nötigung auszubeuten. Von 2009 bis 2012 gab es nur 37 rechtskräftige strafrechtliche Verurteilungen wegen Menschenhandels.

Freiburger Zusammenarbeitsmechanismus
Im Kanton Freiburg geht die Bekämpfung des Menschenhandels über dieTätigkeit der Polizei und der Staatsanwaltschaft hinaus. Seit sechs Jahren stützt sie sich auf einen Zusammenarbeitsmechanismus, der alle von einem Aspekt der Problematik betroffenen Ämter und Organe zusammenfasst: Kantonspolizei, Amt für Bevölkerung und Migration, Kantonales Sozialamt, Amt für den Arbeitsmarkt, Staatsanwaltschaft und Opferberatungsstelle (Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten). Dieser Mechanismus wurde bis jetzt rund zehnmal in Gang gesetzt.