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150-Jahr-Feier des Erwerbs der Domaine des Faverges

Der Staat Freiburg und das Kloster Hauterive feiern das 150-Jahr-Jubiläum des Erwerbs der Domaine des Faverges im Lavaux durch den Kanton. In einer offiziellen Zeremonie, an der der Abt des Klosters Hauterive und der Waadtländer Staatsrat Philippe Leuba teilnahmen, wurde am Freitag, 25. August 2017, das Jubiläum in Faverges begangen.

e Domaine des Faverges ist das Werk der Zisterziensermönche des Klosters Hauterive, die als Pioniere das Land gerodet, Reben gepflanzt und die Umgebung mit ihren charakteristischen Terrassen des Lavaux geformt haben. In 700 Jahren unermüdlicher Arbeit haben sie aus diesem Gebiet ein aussergewöhnliches Terrain geformt, das heute Teil des Unesco-Weltkulturerbes ist.

Wie das übrige Kloster- und Kirchengut wurde die Domaine des Faverges durch das radikale Regime von 1848 konfisziert. Als die Konservativen wieder an die Macht gelangten, suchten sie nach Möglichkeiten, um die konfiszierten Güter zurückzuerstatten. Als der Staat 1867 anerkannte, dass ein Naturalientransfer unmöglich war, überwies er schliesslich gemäss dem Abkommen vom 26. November einen Betrag von 435'000 Franken in Form von Obligationen an die Diözesanbehörde.

Am 25. August 2017, kurz vor Beginn der Weinlese, veranstaltete der Staatsrat das 150-Jahr-Jubiläum dieses Erwerbs mit einer offiziellen Zeremonie auf der Domaine des Faverges, zu der der Abt des Klosters Hauterive und der Waadtländer Staatsrat Philippe Leuba geladen waren. Der Vizepräsident des Staatsrats, Georges Godel, übergab dem Abt des Klosters Hauterive symbolisch eine Chasselas-Rebe aus dem Rebgut, um einen Teil des Guts zurückzugeben.

"Die historische Stabilität des Guts ist der Boden, auf dem die unvergängliche Freundschaft gedeihen konnte, die einerseits zwischen dem Kloster Hauterive und dem Staat Freiburg, und andererseits zwischen dem Kanton Waadt, auf dessen Boden wir uns hier befinden, und dem Staat Freiburg besteht", sagte Georges Godel in seiner Rede und hob weiter hervor, dass "die hervorragenden bilateralen Beziehungen von beiden Seiten intensiv gepflegt werden". Auch der Humor durfte nicht fehlen, wie der kleine Seitenhieb des Waadtländer Staatsrats Philippe Leuba in Richtung der Freiburger beweist: "Der Freiburger Wein ist nie so gut, wie wenn er auf Waadtländer Boden kultiviert wird!"

Seit 150 Jahren bewirtschaftet der Staat Freiburg die Domaine des Faverges, indem er die Traditionen der Mönche von Hauterive fortsetzt und ihr zugleich einen Hauch von Innovation verleiht. Dafür kann er auf das tatkräftige Engagement von Winzer Yvan Regamey, dessen Familie seit bald hundert Jahren über die Domaine wacht, und von Winzer und Kellermeister Gérald Vallélian zählen. Die beiden Weinbauern haben sich der Philosophie der Mönche angenähert, indem sie einen Teil des Guts gemäss der integrierten Produktion und einen anderen Teil biologisch bewirtschaften. Heute ist die Domaine des Faverges das grösste Rebgut im Lavaux.