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Der Kanton Freiburg kündigt die Pacht des Weinguts vom Château de Mur

Der Staatsrat löst seinen Pachtvertrag für die Bewirtschaftung des Weinguts Château de Mur per 31. Dezember 2017 auf. Damit verzichtet er auf bedeutende Investitionen in die Erneuerung des Rebbergs und in den Maschinenpark. Für die Bewirtschaftung des Weinguts des Kantons Freiburg bevorzugt die Verwaltung der Staatsreben, im Einverständnis mit dem Staatsrat, eine Partnerschaft mit der Domaine „Cru de l'Hôpital", im Eigentum der Burgergemeinde der Stadt Murten.


Seit 1964 bewirtschaftet die Verwaltung der Staatsreben (VSR) zusätzlich zu den 2,2 ha Reben, die der Staat Freiburg seit 1899 im Vully besitzt, 3,3 ha als Pächter der Familie Wacker, der das Château de Mur gehört. Der Pachtvertrag, der auch die Benützung des Winzerhauses und von zwei Kellern für die Weinbereitung beinhaltet, wird alle sechs Jahre stillschweigend verlängert und hat eine Kündigungsfrist von zwei Jahren. Der nächstmögliche Kündigungstermin ist der 31. Dezember 2017.

Derzeit wären hohe Investitionen notwendig, um die Rebanlagen und den Maschinenpark zu erneuern, aber auch, um die Verkaufsräume auf einen zeitgemässen Stand zu bringen. Die Erbengemeinschaft der Gutsbesitzerfamilie hat jedoch die Strategie über die Zukunft des Schlosses und des Weinbaubetriebs noch nicht festgelegt. Aufgrund dieser Unsicherheit und weil Winzer Jürg Junker Ende 2016 in den Ruhestand tritt, hat die VSR die Fortsetzung des Pachtverhältnisses in Frage gestellt. Der Staatsrat in seiner Sitzung vom 25. August darum beschlossen, den landwirtschaftlichen Pachtvertrag zum gegenwärtigen Vertragsende, also auf den 31. Dezember 2017, zu kündigen. Davon betroffen ist auch der seinerzeit mit den Winzern Jean-Louis Bôle, Francis Chautems und Eric Simonet abgeschlossene Vertrag über die Kelterung, die derzeit nur noch von Eric Simonet wahrgenommen wird.

Die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft möchte der Familie Wacker für die gute Zusammenarbeit während 50 Jahren danken. Sie bedankt sich ausserdem bei den Winzern, die seit 1990 die Weinbereitung vorgenommen haben, und insbesondere bei Eric Simonet.

Für die Bewirtschaftung der staatseigenen Rebfläche von 2,2 ha diskutiert die VSR, im Einvernehmen mit dem Staatsrat, eine Partnerschaft mit dem Weingut „Cru de l'Hôpital" der Burgergemeinde Murten. Diese Partnerschaft zwischen Institutionen würde eine langfristige gemeinsame Strategie am besten sicherstellen.

Der Staat Freiburg ist zudem Eigentümer der Domaine des Faverges im Lavaux, mit 15,5 ha Reben. Auch dort werden in den kommenden Jahren Investitionen erforderlich sein. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie für die Renovierung des Hauptgebäudes durchgeführt.