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Neue Verordnung über die Reben und den Wein

Der Kanton Freiburg passt seine Gesetzgebung über die Reben und den Wein an eidgenössisches Recht an. Die wesentlichen Elemente dieser Gesetzgebung sind die Bewilligung für Neuanpflanzungen von Reben, die Bedingungen der Verwaltung des Rebbaukatasters und die Bildung einer Degustationskommission.

Gemäss den neuen Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Landwirtschaft und der eidgenössischen Verordnung über den Rebbau und die Einfuhr von Wein, die vor Kurzem in Kraft getreten sind, sind die folgenden Zuständigkeiten des Kantons bestätigt beziehungsweise dem Kanton neu zugewiesen worden: die Bewilligung von Neuanpflanzungen von Reben und von Erneuerungen von Rebflächen; die Verwaltung des kantonalen Rebbaukatasters; die spezifischen Anforderungen an die im Kanton erzeugten Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (KUB/AOC).

Aufgrund dieser Änderungen im Bundesrecht musste das kantonale Landwirtschaftsreglement angepasst werden; ebenfalls angepasst wurden die technischen Bestimmungen, die gemäss diesem Reglement in die Zuständigkeit der für den Rebbau zuständigen Direktion fallen: der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD).

So hat die ILFD in der neuen Verordnung über die Reben und den Wein in einem ersten Schritt festgelegt, dass Neuanpflanzungen von Reben, die für die Weinerzeugung bestimmt sind, grundsätzlich nur in der Rebbauzone bewilligt werden können; festgelegt wird die Rebbauzone durch das neue Raumplanungs- und Baugesetz (RPBG). Ausnahmen für Pflanzungen ausserhalb der Rebbauzone sind möglich. Neuanpflanzungen auf einer Fläche von höchstens 100 m2, deren Erzeugnisse ausschliesslich dem Eigengebrauch dienen, bedürfen hingegen keiner Bewilligung.

Was den Rebbaukataster betrifft, bestätigt die Verordnung der ILFD, dass er auf der Grundlage der Daten des Liegenschaftskatasters und des Grundbuchs erstellt wird. Für jede im Grundbuch eingetragene Liegenschaft werden die für die Verwaltung der Rebsorten erforderlichen Daten, die Produktionsmengen und der Produktionszweck – Tafeltrauben oder Weintrauben – erfasst.

Schliesslich legt die Verordnung die Mindeststandards für die Bezeichnung von Weinen fest. Der Bund unterteilt die Weine im Landwirtschaftsgesetz in drei Klassen: Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung, Landweine und Tafelweine. Die kantonale Verordnung über die Reben und den Wein legt ausschliesslich die kantonalen Anforderungen an die Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung fest; die Anforderungen an die anderen Klassen werden vom Bund definiert.

Wie bisher werden einzig die Bezeichnungen « Vully, appellation d’origine contrôlée » und « Cheyres, appellation d’origine contrôlée » anerkannt. Die kantonalen Anforderungen an die Menge und an die Qualität werden von der ILFD jährlich neu definiert.

Für die Kontrolle der organoleptischen Kriterien (sensorische Qualität des Weins) wird eine Degustationskommission gebildet, die sich aus Fachleuten des Weinbaus, der Önologie und der Gastronomie zusammensetzt.